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Datum: 5. Dezember 2000, 18:30 Uhr
Ort: Technisches Rathaus, Brunnenstraße 3
Anwesend: ca. 40 Personen, darunter Frau OB Russ-Scherer (ab ca. 21 Uhr), Herr
Baubürgermeister Mezger, Herr Amtsleiter Fritz, Stadtplanungsamt, Frau Dr. Sybille
Hartmann, Umweltbeauftragte mit dem Auftrag der Koordination der Lokalen Agenda 21 in
Tübingen; 5 Gemeinderäte, VertreterInnen verschiedener Agenda-Tische, Presse; je ein
Referent aus Marburg und Waiblingen;
Begrüßung: Uta Böning, Koordinationskreis der lokalen Agenda 21;
Moderation: Herr Ball, Mössingen;
Protokoll: Uta Böning, Julia Klönne-Bibouche.
Je ein Vertreter des Agendaprozesses aus Marburg und Waiblingen berichteten über ihre
Erfahrungen. Beide Ansätze hatten deutliche Stärken und Schwächen, aus denen wir für
Tübingen lernen können:
1. Bürgerbeteiligung:
In einem Fall wurden kommunale Schlüsselpersonen durch den Bürgermeister direkt
angesprochen und um Mitarbeit gebeten, im anderen Fall wurden über einen Aufruf in der
Presse alle BürgerInnen zur Mitarbeit aufgefordert. Den einen fehlten folglich
Bekanntheit und Verankerung in der Bevölkerung, den anderen die Akzeptanz durch
Gemeinderat und Verwaltung.
Fazit: Für Tübingen könnte das bedeuten, dass beim Beteiligungsverfahren darauf
zu achten ist, dass die bereits Aktiven aus den Agenda-Tischen einbezogen werden; dass
darüber hinaus allen weiteren interessierten BürgenInnen die Teilnahme ermöglicht wird,
z.B. über die Presse und vorhandene Netzwerke; und dass die Verwaltungsspitze gezielt
Schlüsselpersonen aus Wirtschaft, Universität, Kultur usw. für eine Mitarbeit anspricht,
die von allein nicht unbedingt kämen.
2. Strukturen:
2.1. Allgmein:
In Waiblingen hat je ein Sprecher der Agenda-Tische Rederecht im Gemeinderat, in Marburg
vor den Planungsausschüssen (in Tübingen nimmt an der Abfassung des Sozialberichts
bereits eine Vertreterin der Kreisarmutskonferenz teil).
Fazit: Ein/e Bürgervertreter/in des Agenda-Koordinationskreises hat bei Behandlung
entsprechender Themen oder auf Wunsch Rederecht im Gemeinderat sowie vor den jeweiligen
Ausschüssen. Damit ist der Kontakt zu Gemeinderat und Verwaltung gewährleistet und die
Möglichkeit, auf Aspekte der Nachhaltigkeit in Planung und Arbeit der Ausschüsse zu
verweisen.
2.2. Zur Leitbildentwicklung:
Entweder: Um den Informationsfluss zu garantieren und frühzeitige Einbeziehung
zu gewährleisten ist ein/e Mitarbeiter/in der Verwaltung im Koordinationskreis der
Lokalen Agenda vertreten und ein/e Bürger/in des Koordinationskreises in der
Verwaltungs-AG Leitbild. Damit wird der Leitbildprozess unter Berücksichtigung des
Nachhaltigkeitsgedankens ressortübergreifend eingebracht.
Oder: Ein Agendabeauftragter bzw. eine Stabstelle koordiniert den Ablauf. Die
Tübinger Lokale Agenda hat dazu einen handhabbaren Vorschlag bereits im Mai 2000
eingebracht: Eine Stabstelle, eine halbe Stelle Aktivierung und Begleitung im Bürgerbüro.
Fazit: Es müssen Strukturen vorhanden sein, die ermöglichen, dass die Ergebnisse
der einzelnen Arbeitsgruppen ausgetauscht, auf ihre Nachhaltigkeit überprüft, und
gegebenenfalls überarbeitet und dann nach Möglichkeit im Konsens verabschiedet werden.
Die Umsetzung der Ergebnisse muss gewährleistet sein.
3. Andere Anregungen und Hinweise:
3.1. Aus dem Leitbild müssen unmißverständlich Ziele und Maßnahmen hervorgehen. Es darf
keinesfalls zu detailliert und differenziert sein, um eine Konsensfindung zu ermöglichen,
den Prozess in überschaubarer Zeit abschließen zu können, und um dauerhaft handlungsfähig
zu bleiben.
3.2. Die Leitbildentwicklung ist direkt bei der OB angesiedelt. Die Einbeziehung der
Bürgermeister und der Amtsleiter ist auf der Verwaltungsebene unabdingbar, eine enge
Abstimmung mit dem Gemeinderat ist ebenfalls unabdingbar. D.h.: Verwaltung, Gemeinderat
und BürgerInnen müssen gleichermaßen an Planung und Entwicklung beteiligt sein und es
auch so empfinden.
4. Rückmeldungen aus der Verwaltung:
4.1.: Die OB sagt zu, auf die Bürger zuzugehen und Frau Dr. Hartmann zu beauftragen, im
Koordinationskreis über die Ergebnisse der Ende Dezember tagenden Verwaltungs-AG Leitbild
zu berichten.
4.2.: Herr Amtsleiter Fritz sagt zu, einen Vorschlag zur Bürgerbeteiligung auszuarbeiten
und diesen am Initisch der Lokalen Agenda zu besprechen.
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