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Zusammenfassung

Im Wintersemester 1998/1999 hat der Agenda-Tisch "Klima" gemeinsam mit den Fachschaften Geographie und Geologie im Rahmen der Lokalen Agenda 21 im Gebäude Hölderlinstraße 12 / Sigwartstraße 10 eine Fragebogenaktion zum Energieverbrauch und Nutzerverhalten durchgeführt.

Ausgangspunkt des Projektes war die Tatsache, dass die Universität mit einem Anteil von 11,6% größter Einzelemittent von CO2 in Tübingen ist. Die von der Europäischen Rektorenkonferenz verabschiedete COPERNICUS-Charta nimmt die Universitäten in die Pflicht, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Da die Universität Tübingen diese Charta noch nicht unterzeichnet hat, sollte das Projekt auch einen Anstoß für die Beschäftigung mit dieser Charta geben.

Insgesamt haben 147 Personen den Fragebogen des Agenda-Tisches "Klima" beantwortet. 85% der Antworten kamen von Studierenden.

Besonders die Bibliothek des geographischen Instituts wurde als zu warm empfunden, in geringerem Maß auch der Hörsaal und die Seminarräume. Kenntnisse über die tatsächliche Raumtemperatur und die vorhandenen Regulierungsmöglichkeiten waren bei fast keiner Raumkategorie vorhanden. Reguliert wird überwiegend über das Öffnen der Fenster und Türen.

Mit den Lichtverhältnissen waren die meisten Befragten zufrieden, die Ausstattung besteht fast durchgängig aus Leuchtstoffröhren. Die Lichtsteuerung bei Tageslicht und Abwesenheit erfolgt sehr bewusst.

Die Fragen zum Stromverbrauch waren auf Grund der fehlenden Gerätedaten und der komplexen Fragestellung nicht auswertbar.

Bei der Verkehrsmittelwahl überwiegt bei Entfernungen bis zu 5 km die Fahrradnutzung, und zwar im Sommer und im Winter. Der PKW-Anteil steigt erst bei einer Entfernung über 10 km an. Auffallend ist, dass alle PKW-Nutzenden kostenfrei parken können. Die intensivste ÖPNV-Nutzung liegt bei Entfernungen zwischen 2 und 5 km, im Winter etwas höher als im Sommer.

Als Verbesserungsvorschläge wurde am häufigsten der Einsatz von Energiesparlampen genannt - dies, obwohl die Ausstattung durchgängig mit Leuchtstoffröhren angegeben wurde. Es folgten in der Häufigkeit Wünsche zur Erneuerung der Fenster und Thermostate, ein besseres Lüftungsverhalten, geringere Temperaturen in der Bibliothek und im Hörsaal sowie eine Zeitschaltung für das Flurlicht.

Für ein zukünftiges Institutsgebäude wurden vor allem mehr Möglichkeiten zur Begegnung, zum Aufenthalt und zum Kaffe trinken gewünscht. Bei den technischen Wünschen dominierten wieder die Energiesparlampen, daneben aber auch bessere Regulations- und Einflußmöglichkeiten auf Heizung und Beleuchtung.

Für das weitere Vorgehen wurde eine Informationsveranstaltung gewünscht, ebenso Hinweisschilder, Raumbegehungen und die Erstellung eines Energiesparkonzeptes.

Da inzwischen auch von Seiten des technischen Betriebsamtes der Universität großes Interesse an den Ergebnissen der Umfrage und am weiteren Vorgehen besteht, könnte das Projekt des Agenda-Tisches "Klima" einen neuen Ansatz zur Beteiligung der Universitätsangehörigen an Maßnahmen zur Energieeinsparung an der Universität Tübingen einleiten.

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© Lamprecht