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Das Projekt wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg mit 30.000 DM
gefördert.
Projektziel
Das Ziel des Projektes ist die Fortsetzung und Intensivierung der Partnerschaftsarbeit
zwischen Villa El Salvador und Tübingen durch die Durchführung eines gemeinsamen
Textilprojektes mit ökologisch sauberer Baumwolle und gerechten Lohnkosten für die
baumwollproduzierenden Bauern sowie die TextilarbeiterInnen in Villa El Salvador.
Unter dem Motto "Voneinander Lernen" sollen in beiden Städten an diesem Beispiel
Schritte zu einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung eingeschlagen werden, die ein
nachhaltiges Wirtschaften im Auge hat.
Teilziel Ökologie
Die Baumwolle wird ohne Agrargifte und Kunstdünger hergestellt. Auch in Peru wächst
das Bewußtsein für gesunde Textilien. Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft muß in Peru
nicht eingeführt werden: Traditionell war sie Jahrhunderte lang vorhanden. Doch durch
die moderne Landwirtschaft wird in Peru die meiste Baumwolle in Monokultur auf riesigen
Plantagen mit großen Bewässerungsprojekten unter Anwendung von Agrargiften und
Kunstdünger angebaut und zum großen Teil exportiert.
Da es in der Küstenregion nie regnet, hat die peruanische Baumwolle einen guten Ruf.
Ansätze, die traditionelle, artenreiche und nachhaltige landwirtschft wieder zu
entdecken, sind in Peru vorhanden. Auf dem Touristenmarkt konnte man in den vergangenene
Jahren öfters Baumwollwaren aus ökologischem Anbau ausmachen.
Teilziel Ökonomie und Soziales
Die Hauptstadt Lima mit ihren 8 Millionen Einwohnern lebt über die Hälfte seiner
Einwohner in sogenannten "Pueblos Jovenes", ein Verwaltungsname für Elendsviertel, wie
Villa El Salvador, 20km im Süden von Lima. Auch in Villa El Salvador herrscht eine
große Arbeitslosigkeit. Obwohl die meisten Einwohner dort aus den Anden kommen, sind
sie der Landwirtschaft entfremdet und wollen nicht mehr zurück. Das Projekt kann
mithelfen, den verlorenen Kontakt zur ländlichen Region wieder herzustellen und das
Schicksal der verarmten Bauern ihnen vor Augen zu führen. Zur o.a. Vernachlässigung
der ländlichen Region durch die Ausverkaufspolitik der Zentralregierung in Lima, wäre
dies ansatzweise eine Alternative. Es ist wichtig, dass die Bauern für ihre
Rohbaumwolle einen der GEPA entsprechenden fairen Preis bezahlt bekommen, sowie einen
Aufpreis für soziale Projekte in den Dörfern an der Küste, um die Gemeinschaft zu
stärken.
In Villa El Salvador haben etwa 20 Frauen innerhalb dieses Projektes Teilzeitarbeit,
so dass sie dadurch ein regelmäßiges Einkommen für ihre Familien für 5 Monate erhalten.
Für die FEPOMUVES (Federacion Popular de Mujeres de Villa El Salvador) ist es eine Form
von Schaffung von Einkommen, da ein Teil des Gewinns durch den Verkauf der sauberen
Textilien der Frauenorganisation zugute kommen würde.
Teilziel Partizipation
Seit seiner Gründung im Jahre 1971 ist Villa El Salvador ein Modell für eine intensive
Form der Selbstbeteiligung aller möglichen Basisorganisationen, die dort im Wüstensand
gegen eine autoritäre Zentralverwaltung ihr Gemeinschaftsmodell einer neuen Stadt
durchsetzen. Da die FEPOMUVES seit Jahren eine anerkannte Frauenorganisation ist, und
seit Jahren Kontakte des Tübinger Weltladens zu ihr bestehen, ist eine der wichtigsten
Säulen der Basisorganisationen, die fest in den einzelnen Stadtteilen verwurzelt ist,
als Partner ausgemacht.
Da die Frauen die Rohstoffe für ihre Baumwolltextilien zum Teil im Industriepark
anfertigen lassen, hilft das Projekt auch der Fortentwicklung des Industrieparks in
Villa El Salvador.
Die benötigte Baumwolle wird von Bauern-Kooperativen in der Küstenregion aufgekauft, so
dass die ländliche Region durch faire Preisangebote in der gesamten Entwicklung
unterstützt wird.
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