Haustyp:
Kleine Mehrfamilienhäuser Massiv, bis 1918
(Mehrgeschossiges Wohn-und Geschäftshaus, Baujahr 1898/1930/1960)
Der Anlass
für die Sanierung war die Übernahme der ehemaligen Metz´schen Betriebsgebäude durch
die evangelische Kirche und die Umnutzung zu einer Stätte für Verwaltung, Soziales,
Bildung und Begegnung.
Die Motivation
ergab sich aus der kirchlichen Zielsetzung zur Bewahrung der Schöpfung. Der
Kirchenbezirk setzte dies mit seinem Beschluss um, Neubauten nur in
Niedrigenergiebauweise zu errichten und diesen Standard bei Sanierung möglichst zu
erreichen.
Die Vorgehensweise
entsprach dem komplexen Problem, die Backsteinarchitektur der Jahrhundertwende zu
erhalten, den neuen Teil konsequent zu sanieren und den Gebäudekomplex durch den
neuen Solarenergieteil zu schliessen. Für das Hauptgebäude kam nur eine Innendämmung
in Frage. Die Entscheidungen über Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen wurden
gemeinsam vom Energiebeauftragten der Kirche und dem Architekten vorbereitet und im
kirchlichen Bauausschuss beschlossen. Trotz knapper Mittel waren keine schwerwiegenden
Kompromisse notwendig. Für den gläsernen Verbindungstrakt ließ die Gemeinde ein
spezielles Energiegutachten erstellen.
Bei der Ausführung
wurden in der "Villa" teilweise Kompromisse geschlossen. Aus Kostengründen wurden
gute Fenster nicht ausgetauscht. Die bei der Innendämmung entstandenen Kältebrücken an
den knapp bemessenen Fensterlaibungen mussten in Kauf genommen werden. Schimmelbildung
an diesen Stellen ist nicht zu erwarten, weil wegen der Nutzung der Räume als Büros
keine extreme Luftfeuchtigkeit auftritt. Für den neuen Verbindungstrakt wählte der
Bauausschuss Wärmeschutzverglasung. Damit konnte die Dämmung an den neuen "Innenwänden"
eingespart werden.
Das Ergebnis
ist ein angenehmes Arbeitsklima in den Büros und Seminarräumen. Die Beschäftigten nutzen
den neuen gläsernen Verbindungstrakt als Treffpunkt und informellen Kommunikationsort.
Dank der Wärmeschutzverglasung ist neuer nutzbarer Raum ohne zusätzliche Heizkosten
gewonnen worden. Nur bei größeren Veranstaltungen ist eine kurzzeitige Zusatzheizung
nötig. Die Kirche hat durch diese Sanierung eine zeitgemäße Nutzung mit dem Erhalt der
Industriearchitektur verbunden. Mit diesem Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung hat sie
auch ein Stück Tübinger Stadtbild erhalten.
- Wanddämmung Altbau:
- innen 8 cm Mineralwolle
- Neubau:
- außen 10 cm Polystyrol
- Dachdämmung
- Sparrendämmung Mineralwolle
- Ersetzte Fenster
- k-Wert 1,3 W/m²K
- Brennwertheizung
- Wohnungen getrennt
- Luftdichtigkeitskontrolle
Heizenergiebedarf
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