Haustyp:
Reihenhäuser 1949 - 1957 (Baujahr 1954)
Der Anlass
war das schäbige Aussehen des Aussenputzes und der kalte Fußboden im Schlafzimmer
(Balkon als Kühlrippe). Zudem stand momentan über fällige Bausparverträge ausreichend
Geld zur Verfügung.
Die Motivation
war der berufliche Hintergrund der Hausbesitzer. Das eigene Haus bot ihnen den Anreiz,
das nun selber zu machen, was sie bisher anderen zu den Themen Energiesparen,
Klimaschutz und ökologisches Bauen empfohlen hatten. Natürlich wollten sie auch ein
besseres Haus mit einem besseren Wohnklima.
Die Vorgehensweise
entwickelte sich aus dem eigenen theoretischen Wissen und dem engen Kontakt mit
Energieberatern. Vorrangig strebten die Besitzer eine optimale Wärmedämmung und
die Vermeidung von unkontrollierter Ritzen-Lüftung an. Als Dämm-Material wählten
sie Zellstoff-Flocken, weil diese nicht extra aus Rohstoffen, sondern aus Altpapier
hergestellt werden. Gleichzeitig wollten sie das Aussehen des Reihen-Mittelhauses
aus den 50er Jahren in seiner ursprünglichen Art erhalten. Dazu wurde die
Holzunterkonstruktion mit Heraklith-Platten beplankt und verputzt. Praktischer
Nebeneffekt dieses Aufbaus ist, dass z. B. Haken für die Wäscheleine usw. leicht in
die Holzbalken geschraubt werden können.
Die Ausführung
verschiedener Details wurde durch die Unterkonstruktion erleichtert: Die Fenster und
Fenstersimsen konnten problemlos in die Dämmebene verlegt und dort befestigt werden.
Dies macht bauphysikalisch Sinn und erhält die bisherigen Fassaden-Proportionen. Auch
die Befestigung der Fensterläden war so kein Problem. Die Kanäle der neuen Abluft-Anlage
wurden auf der Aussenwand befestigt und mit dem Dämmstoff eingeflockt. So waren keine
Deckendurchbrüche notwendig. Wegen der 16 cm dicken Wärmedämmung musste der
Traufüberstand verlängert werden, was mit einfachen Mitteln bewerkstelligt wurde.
Das Ergebnis
befriedigt umfassend. Die BewohnerInnen genießen den Komfort der Lüftungsanlage. So
entfällt das Aufreissen des Badezimmerfensters nach dem Duschen und die Schlafzimmer-Luft
ist im Winter auch beim Aufwachen angenehm. Dämmung und Lüftung bewirken ein
ausgeglichenes Raumklima. Durch das Versetzen der Fenster sind schöne tiefe Fensterbänke
und -nischen entstanden. Sie machen die Räume spürbar größer.
- Aussenwanddämmung
- 16 cm Isofloc
- Keller-Deckendämmung
- 4 cm Styropor/Rigips
- Obergeschoss-Deckendämmung
- 5 cm Glaswolle (Bestand)
- zentrale Abluftanlage
Heizenergiebedarf
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