Vorwort
Mit der Übersetzung der Agenda 21 sind nunmehr alle
Dokumente der Konferenz für Umwelt und Entwicklung
der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro (Juni
1992) auch in deutscher Sprache der Öffentlichkeit
zugänglich.
Die Agenda 21, die mit ihren 40 Kapiteln alle
wesentlichen Politikbereiche einer
umweltverträglichen, nachhaltigen Entwicklung
anspricht, ist das in Rio von mehr als 170 Staaten
verabschiedete Aktionsprogramm für das
21. Jahrhundert.
Mit diesem Aktionsprogramm werden detaillierte
Handlungsaufträge gegeben, um einer weiteren
Verschlechterung der Situation entgegenzuwirken, eine
schrittweise Verbesserung zu erreichen und eine
nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen
sicherzustellen. Wesentlicher Ansatz ist dabei die
Integration von Umweltaspekten in alle anderen
Politikbereiche. Das Aktionsprogramm gilt sowohl
für Industrie- wie für
Entwicklungsländer. Es enthält wichtige
Festlegungen, u. a. zur Armutsbekämpfung,
Bevölkerungspolitik, zu Handel und Umwelt, zur
Abfall-, Chemikalien-, Klima- und Energiepolitik, zur
Landwirtschaftspolitik sowie zu finanzieller und
technologischer Zusammenarbeit der Industrie- und
Entwicklungsländer. Die Bundesregierung orientiert
sich bei ihrer bi- und multilateralen
entwicklungspolitischen Zusammenarbeit an der Agenda 21.
Es ist wichtig, dass möglichst viele
Industrie- und Entwicklungsländer nationale
Aktionspläne zur Umsetzung der UNCED-Ergebnisse
erstellen und entsprechend an die Kommission für
nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (CSD)
berichten. Die CSD ist eigens zur Überwachung der
Umsetzung sowie zur Fortentwicklung der Agenda 21 und
der Waldgrundsatzerklärung von der
47. Generalversammlung der Vereinten Nationen eingesetzt
worden. Sie ist das zentrale politische
Beschlußorgan im Rio-Folgeprozeß. Die CSD
hat bei ihrer 1. Sitzung im Juni 1993 Leitlinien
für die Berichtsstruktur und die Bearbeitung der
Berichte in der CSD festgelegt. Sie hat sich ein
mehrjähriges Arbeitsprogramm gegeben, wonach bis
zur Sonder-Generalversammlung der Vereinten Nationen im
Jahre 1997, die sich mit der Umsetzung der
Rio-Ergebnisse befassen wird, die gesamte Agenda 21
behandelt werden soll.
Ausgehend vom Bericht der Bundesregierung über
UNCED, der im September 1992 in der Reihe
"Umweltpolitik" veröffentlicht wurde,
wird derzeit eine nationale Strategie zur Umsetzung der
UNCED-Ergebnisse erarbeitet. Dieser nationale
Aktionsplan soll im Frühjahr 1994 als Umweltbericht
erscheinen.
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Bundesumweltminister
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